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Objektive für Nikon D800

Erstellt am 18. April 2012 von 14 Kommentare

Seit am 8.2.2012 die zahlreichen Gerüchte um die Auflösung der neuen Nikon D800 durch eine offizielle Pressemeldung bestätigt wurden, findet in zahlreichen Internetforen eine heftige Diskussion darüber statt, ob bisher erhältliche Objektive die Anforderungen einer 36-Megapixeln-Kamera überhaupt „bedienen“ können. Eine häufige Argumentation lautet, die Kamera habe eine zu hohe Auflösung für gängige Objektive: Die hohe Auflösung bringe dem Nutzer nichts, wenn es keine Objektive gibt, die entsprechend gute Bilder möglich machen. Parallel fragen sich natürlich eine Menge anderer Leute, welche Objektive zusammen mit der D800 die besten Ergebnisse bringen. Dieser Frage bin ich nachgegangen. Lesen Sie, was meine Recherche ergeben hat.

–> Update: Die besten Objektive für die Nikon D800

Diffraction oder Unschärfe durch Beugung

Durch die hohe Auflösung der D800 rückt das Problem des Schärfeverlusts durch Beugung (Glossar: Beugung) stärker in den Vordergrund. Unscharfe Bereiche sind bei der hohen Auflösung der D800 deutlicher zu erkennen. Jeder kennt das Phänomen aus der Foto-Praxis: Auf dem klein aufgelösten Display der Kamera sieht das Bild noch scharf aus, auf dem hoch aufgelösten Computermonitor jedoch nicht mehr. Um den Schärfeverlust durch Beugung zu vermeiden, gehen Empfehlungen diverser Seiten in die Richtung, Objektive nicht weiter als f/8 oder f/11 abzublenden. Ab dieser Blende ist der Schärfeverlust zu hoch. Eine weitere Empfehlung für höhere Schärfe ist, nicht mit der Offenblende zu fotografieren, sondern die Anfangsblende um ein bis zwei Blenden abzublenden.

Nikon schreibt dazu in der Broschüre zur D800, dass die Qualität des Objektivs entscheidend ist und sich bei einer „derart großen Pixelanzahl (…) selbst kleinste Leistungsunterschiede der optischen Elemente nachteilig auswirken.“ Unter Umständen also müssen Käufer der D800 ihre bestehenden Objektive auf den Prüfstand stellen, wenn die maximale Auflösung der D800 genutzt werden soll. In der Praxis aber kommt es darauf an, dass die Objektive zumindest eine gute Qualität erzielen.

 Welche Objektive also für die D800?

Aufgrund des F-Bajonetts von Nikon können prinzipiell alle Nikon-F-Objektive angeschlossen werden. Da die D800 auch kompatibel zu den DX-Objektiven für die kleineren APS-C-Sensoren ist, können sogar selbst diese mit der D800 benutzt werden. Die Kamera erkennt das DX-Format und stellt sich automatisch darauf ein. Soweit die physikalische Verwendungsmöglichkeit. Werfen wir einen Blick auf konkrete Objektive.

In der Produktbroschüre und dem Video zur D800 werden diese Objektive verwendet:

Man sollte also davon ausgehen können, dass diese Objektive an der D800 zu guten Ergebnissen führen. In Bezug auf die Bildqualität bin ich dann schließlich noch auf der Seite lensrentals.com fündig geworden. Wie der Name schon sagt, kann über diese Seite Fotoequipment geliehen werden. Entsprechend ist die Auswahl an Objektiven für Tests vorhanden. Für eine Auswahl an Zeiss- und Nikkor-Objektiven finden sich dort Angaben zur Auflösung – wahrscheinlich in Form von Angaben der Linienpaare pro Bildhöhe, Angaben zur Testweise sind leider nicht näher beschrieben.

Passend zu dieser Frage hat digitalkamera.de einen Test der Nikon D800 veröffentlicht. Innerhalb des Tests wird auch die Problematik Auflösung vs. Objektiv thematisiert. Getestet wurde die Kamera mit dem Nikon Standardzoom 24-70mm. Der Test ergab, dass trotz optimaler Blende im Weitwinkelbereich ein „Auflösungsverlust von rund 50 Prozent zum Bildrand hin“ zu erkennen war. Empfohlen wird das Nikon 105mm Makro-Objektiv. Den kompletten Test lesen Sie am besten direkt bei digitalkamera.de.

Fazit

Besitzer einer D800 müssen verstärkt auf die Qualität der Objektive achten, wenn sie die maximale Auflösung aus ihrer Kamera heraus holen möchten. Dies kann teu(r)er werden, denn mit der Objektivqualität steigt leider auch der Preis. Allerdings schreibt lensrentals, dass man mit jedem anständigen Objektiv mehr Auflösung mit der D800 erzielen kann, als mit jeder anderen Kamera. Aktuell wurde die D800 sogar mit dem TIPA-Award „Best D-SLR Expert“ ausgezeichnet. Die Sorge, dass man sich mit der D800 ein Kuckucksei ins Nest legt, ist jedenfalls meiner Meinung nach unberechtigt.

Category : news

14 Responses to “Objektive für Nikon D800”

  1. Mozelle sagt:

    Wie ist das vereinbar? „Besitzer einer D800 müssen verstärkt auf die Qualität der Objektive achten“ = „Der Test ergab, dass trotz optimaler Blende im Weitwinkelbereich ein Auflösungsverlust von rund 50 Prozent zum Bildrand hin zu erkennen war“. Das 1.600 Euro teure 24-70mm Standardzoom ist im übrigen im Guide der für die D800 brauchbaren Objektive gelistet.

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    • Sebastian sagt:

      Im Testbericht steht auch, dass die Schwäche beim Standardzoom bei der kleinsten Brennweite auftritt, sich mit steigender Brennweite aber der Abfall der Auflösung zum Rand hin verbessert. Insofern kann man das Objektiv wohl als „brauchbar“ bezeichnen. Dass die Meinungen auseinander gehen, zeigt auch dies: Das Nikkor 28-300mm beispielsweise wird bei lensrentals nicht empfohlen, während Ken Rockwell darauf schwört (siehe kenrockwell.com). Da die D800 ja nun schon im Verkauf ist, werden entsprechend aussagefähige Objektiv-Tests hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen.

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  2. Bollisee sagt:

    Die Pixel sind genauso groß wie bei den D5100/7000. Folglich ist jedes für diese Kameras geeignete FX-Objektiv auch für die D800 geeignet. Es sei denn man legt dort andere Maßstäbe an.

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  3. Bei allen D800 Diskussionen ist derzeit vermutlich zu beachten, dass Nikon anscheinend Probleme mit der Qulitätssicherung bei der Produktion der D800 hat. Anders lassen sich langam die verschiedensten Testergebnisse von „sensationell“ bis „nicht zu gebrauchen“ erklären. Nikon hüllt sich wie üblich in Schweigen. Aber der absolute Lieferstopp von Gehäusen derzeit lässt keinen anderen Schluss zu, als dass die Fertigungstoleranzen beim 36MP Gehäuse noch zu gross sind und Nikon nachbessert. Denn Nikon wird wohl keine Kamera kreiert haben, die nahezu alle bisherigen Top-Zoom Objektive diskreditiert. Also: warten und hoffen.

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  4. Gerd Stümer sagt:

    Wenn man sich die Beispielfotos von der Nikon Site in 1:1 auf dem Bildschirm ansieht, so sind die nicht wirklich scharf (Ausnahme sind das 14-24). Die 70-200 Fotos werden am Rand und in den Ecken sehr unscharf. Der Winterwald ist schlicht unscharf. Ich glaube nicht dass es sich hier um Fehler der Fotografen handelt, sondern um ein Auflösungsproblem bei den Optiken.

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  5. Heinz sagt:

    Ich habe seit wenigen Tagen eine D800 und kann die Problematik mit den Optiken bestätigen.
    Das einzig ‚perfekte‘ Objektiv ist das Macro 105mm f/2.8.
    Beim Nikon 70 – 200 f/2.8 blockiert teilweise der Autofokus. Das liegt aber wohl an meinem Objektiv. Denn das passierte schon an der D300. Ansonsten ist dieses Objektiv an der D800 OK.
    Problematisch ist das 28 – 70 f/2.8. Da gibt es die genannten Randunschärfen. Und zwar extrem! Doch auch das kurz getestete 24 – 120 f/4 zeigt den gleichen Effekt. Nur etwas weniger.

    Streng betrachtet eignen sich zur Zeit also nur Objektive mit Festbrennweiten.

    Verkleinert man die D800 Aufnahmen auf etwa die halbe Auflösung, verschwindet die Sichtbarkeit der Randunschärfe.

    Praxistest Makro 105mm http://www.fotofreak.ch/2012/04/24/testaufnahme-im-fotostudio-mit-der-nikon-d800/

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  6. Michael Jelinski sagt:

    Ich stehe kurz vor dem Kauf der d800. Bislang ist der einzige Grund sie noch nicht gekauft zu haben die Frage nach dem richtigen „Immerdrauf“ Objektiv.

    Meine Favoriten:

    – Tamron SP 24-70 2.8 VC (ca. 1.000 €)
    – Nikon 24-85 3,5-4,5 VR (ca. 500 €)
    – Nikon 24-120 4.0 VR (ca. 1.000 €)

    Leider kann ich mich nicht zwischen den einzelnen Linsen entscheiden, da die bisherigen Testberichte immer unterschiedlich sind. In der aktuellen ColorFoto 12/2012 hat z.B. das 24-85 für 500 € in der Gesamtwertung 61 Punkte erreicht, während das doppelt so teure Tamron 24-70 nur 58,5 Punkte erreicht. An anderer Stelle liest man wieder das ein 24-85 niemals an das Tamron 24-70 rankomen würde.

    Was mir fehlt ist ein direkter Vergleich der Linsen. Leider habe ich diesen noch nicht gefunden.

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  7. Christian sagt:

    Ich habe seit kurzem die D800 und stand auch vor der Entscheidung, welche Objektive nun für diese Kamera am besten ‚passen‘ würden. Dazu bin ich dann in einen Fotoladen und habe mal mehrere Kandidaten ausprobiert und die ‚Testfotos‘ zuhause ausgewertet. Vorab: die ‚Festbrenner‘ machen eindeutig das Rennen. Hier meine Empfehlung – die man auch als Low-Budget-Lösung ansehen kann:

    28mm f1,8 G Nano
    50mm f1,8 G
    85mm f1,8 G
    105mm Micro f2,8 G Nano

    Als teurere Varianten kämen folgende Festbrennweiten hinzu:

    24mm f1,4 G Nano
    85mm f1,4 G Nano

    Enttäuschend war das Ergebnis mit den sog. Profizooms. Allen voran das 14-24mm f2,8 G Nano – bei Offenblende mittlere bis starke Randunschärfen. Das 24-70mm f2,8 kam von vorneherein nicht in die Auswahl – es ist einfach schon etwas überholt. Dem Objektiv fehlt eine Verjüngungskur z.B. mit einem VR. Das 16-35mm f4 VR Nano bot auch nicht die leistung, die ich von einem Objektiv dieser Preisklasse erwarte. Einzig die folgenden Zooms könnte man vorbehaltlos empfehlen:

    70-200 f2,8 VR II und das 70-200 f4 G VR III.

    Bei den Universalzooms gibt es zurzeit nur drei Objektive zur Auswahl: 24-85, 24-120 und 28-300mm. Hierbei ergibt sich aus meiner Sicht folgende Reihenfolge:

    28-300mm f4-5,6 VR
    24-120mm f4 VR Nano
    24-85mm VR

    Das 28-300mm unterscheidet sich in der Abbildungsleistung nur marginal vom etwas teureren 24-120mm. Dafür hat es einen erstklassigen Zoombereich. Das ist auch der Grund, warum ich das 24-85mm im Laden stehen lassen würde – wenn schon ein Universalzoom – dann ein richtiges mit großem Brennweitenbereich. Von der Haptik ganz zu schweigen. Solche Objektive sind abbildungstechnisch sicher nicht erste Sahne – retten einem aber gerade auf längeren Reisen und Städtetrips den entscheidenden Blickwinkel, ohne die Beine in die Hand nehmen zu müssen. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man auch viel Freude mit so einem Objektiv haben. Schärfe ist ja manchmal nicht alles.

    Was ist mit den alten D-Nikkoren ?

    Auch hier sollte man vorsichtig sein. Das 35mm f2 hatte ich im Laden getestet und es für nicht tauglich an Blende 2,8 gehalten. Zu unscharf der Rand, der erst bei Blende 5,6 richtig gut kommt.
    Hier hilft nur ausprobieren. Als Geheimtipp geistert noch das gute alte 35-70mm f2,8 D im Netz herum. Da man es nur noch gebraucht kaufen kann, sollte man auch hier vorsichtig sein. Zurzeit verrichtet ein altes 70-210mm f4-5,6 an meiner D800 seinen Dienst. Durchaus brauchbar, aber der Brennweitenbereich ist mir zu eingeschränkt. Wie gesagt – wenn Zoom, dann ein richtiges !

    Ich hoffe, dass ich bei der Entscheidungsfindung mit diesem kleinen Artikel weiterhelfen konnte. Bei allem gilt: Geht raus – und macht Fotos !
    In diesem Sinne viel Freude mit der D800, die man natürlich zu allem möglichen einsetzen kann – nur bei Sportaufnahmen lahmt die Kamera – aber dafür wurde sie ja nicht gemacht 😉

    Antworten
  8. Seit 6 Monaten fotografiere ich jetzt mit der D800. Nach meiner Einschätzung erwirbt man mit diesem Gerät eigentlich 2 Kameras:

    – eine Vollformat DSLR (man stelle besser nicht immerdie allerhöchste Auflösung ein, 20 Megapixel reichen für 99% aller Jobs

    – eine digitale Mittelformatkamera: aber dann bitte handwerklich mit höchster Sorgfalt arbeiten, d.h. ein robustes Stativ benutzen, Spiegelvorauslösung, Fernauslöser, Blitzanlage.

    Wer glaubt, man könne locker aus der Hand mit 36 Megapixeln Auflösung gestochen scharfe Bilder machen, die man dann in 100% Vergrößerung aus 35 cm Abstand betrachten kann, der wird enttäuscht sein, das gelingt nur bei wirklich guten Lichtverhältnissen,

    Was die Objektive betrifft, kann ich bestätigen: Die von mir getesteten Zooms (24-70/2,8 und
    16-35/4 und 14-24/2,8 haben mich nicht wirklich überzeugt. Im Moment nutze ich das 28/1,8 G und das 60/2,8 Micro. Mit beiden bin ich sehr zufrieden. Ein 85er soll noch her – dann basta.
    Im übrigen: ja geht raus, macht Fotos, egal womit. Nicht der Apparat macht das Foto, sondern der Mensch hinter der Kamera. Denkt weniger über technische Perfektion nach, sondern mehr darüber, wie Ihr Eure persönliche – zum Thema passende – Bildsprache findet.

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  9. puffi sagt:

    Liebe Leute, mit den sogenannten Universalzooms habt Ihr euch auch schon zu Zeiten der „analogen“ Fotografie für einen Kompromiß aus Bequemlichkeit und weniger optische Qualität entschieden.
    Kackt auf die tollen Testergebnisse, die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch hier nicht. Punkt basta. Die mathemathische und fototechnische physik bestätigt das Ihr mit Festbrennweiten am besten fahrt, was die ABBILDUNGSLEISTUNG allgemein betrifft.
    Umso höher der Zoombare Bereich desto schlechter die Bildqualität….
    also 35-70 ist noch 28-300 geht nimmer….
    Lacht und haltet mich für einen Narren:)) Oder denkt einfach mal nach, denn der Narr hält immer nur den Spiegel vor….

    Den sparsamen Gelände-Sport-Klein-Famileinwagen wird es nie geben können, insbesondere wenn jede Eigenschaft TOP sein soll.
    Letztendlich kaufen Firmen auch ganz gerne Testberichte in Magazinen durch den Anzeigendruck. Also vertraut auf eueren Verstand….

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  10. puffi sagt:

    Ps.@ Thomas Roessler.. der Betrachtungsabstand resultiert auch aus einer Formel die nicht bei jedem Format 35 cm ergibt:))

    Der Optimale Betrachtungsabstand beträgt zwei mal der Bilddiagonale.
    Also bei 35cm hätte die Bilddiagonale, der Print oder Ausdruck 17,5 cm
    also ca. dina 4….!!!!!!
    Es währe schade und absolute Geldverschwendung sich eine d800 zu kaufen um letztendlich damit dina4 Prints zu produzieren….

    Ein großes Bild, braucht natürlich einen aus der Formel zu errechnenden Mindestabstand, das gebietet die Physik und…der gesunde Menschenverstand…..
    Wenn einer vor deinem 1 meter Diagonale Bild klebt,was die d 800 realisieren kann und irgendwer vor deinem Bild klebt mit ner Lupe und Unschärfebemängelt :)) dann weißt du , daß das deffinitiv ein Spinner ist,dem ein paar schläge auf dem Hinterkopf wahrscheinlich mehr helfen als jede Fachliteratur…..

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