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Anfang der 80er Jahre entwickelten die Brüder Bruce und Winston Dorbowski eine Fotokamera mit dem Namen Hipstamatic 100. Die Zielsetzung der Brüder war es, eine Kamera zu produzieren, die günstiger zu kaufen wäre als der enthaltene Film…

Soweit die Legende, die der amerikanische Entwickler Synthetic LLC verbreitet, um auf seine iOS App Hipstamatic hinzuweisen. Mit Hipstamatic erhält man für gerade mal 1,59 € eine Fotoapplikation, mit der sich Bilder im Stil einer alten Analogkamera machen lassen. Statt das Motiv bildschirmfüllend auf dem Display zu sehen, visiert man es wie bei einer Analogkamera durch ein winziges Sucherfenter an. Unterschiedliche Effekte lassen sich durch die Verwendung verschiedener Objektive, Blitze und Filme erzielen, die teils enthalten sind und teils in sogenannten HipstaPaks für jeweils 0,79 € nachgekauft werden können.

Simulationsfotografie

Entgegen anderer Foto-Apps gibt es jedoch keine Effektvorschau. Auch lassen sich im Nachhinein keine anderen Effekte oder Filter auf das Bild anwenden. Alle Einstellungen werden vor der Aufnahme ausgewählt und sind nachträglich nicht mehr änderbar. Hipstamatic verweist dabei auf die Simulation der Analogfotografie: Auch hier wusste man vor der Entwicklung nicht, was einen erwartete.

Die Bedienung der App lässt sich wahrscheinlich am besten mit dem Wort “gewöhnungsbedürftig” bezeichnen. So muss beispielsweise für die Auswahl von Blitz, Film und Gehäuse die Kamera mit einem Knopfdruck “umgedreht” werden. Das Objektiv selbst und die Qualität der Aufnahmen lässt sich durch Wischen über die Objektivlinse erzielen. Einige weitere Grundeinstellungen lassen sich nur über das Systemeinstellungsmenü des iPhones vornehmen.

Je nach gewählter Qualität dauert die “Entwicklung” getätigter Aufnahmen etwa 10-60 Sekunden. Fotografiert man während dieser Entwicklungszeit munter weiter, zwingt einen die App spätestens bei der 10. Aufnahme zum Durchatmen, bis wieder Platz in der Warteschlange vor dem Entwicklungslabor frei ist.

Hipstamatic nimmt Fotos ausschließlich im quadratischen Format auf. (Die maximale Auflösung liegt beim iPhone 4S bei 2448×2448) Die Bilder werden sowohl in der Apple-eigenen Cameraroll, als auch in der Hipstamatic-App selbst abgespeichert. In letzter lassen sich die Aufnahmen zu sogenannten Stacks gruppieren, mit Freunden teilen oder einfach nur im Vollbild betrachten. Etwas umständlich ist hierbei die Tatsache, dass man zwischen den Bildern nicht mit einem gewohnten Wischen hin- und herwechseln kann, sondern jedes Bild einzeln auswählen muss, um es zu betrachten. Möchte man die Bilder lieber ausgedruckt ansehen, lassen sich beliebige Aufnahmen direkt aus der App als Abzug nach Hause bestellen. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte.

Effekte per Fingerwisch

Seine wahre Stärke zeigt Hipstamatic, wenn man sich etwas intensiver mit den angebotenen Effekten und deren Kombination beschäftigt. Zwar scheint der Lieferumfang der App mit seinen 4 Objektiven, 3 Filmen und 3 Blitzen auf den ersten Blick mager. Allerdings unterscheiden sich bereits diese deutlich voneinander und lassen durch die ihre Kombination ansprechende Ergebnisse erzielen.

Mit den Hipstapaks lässt sich das Spektrum der Effekte noch weiter ausbauen. Ein Hipstapak enthält hierbei in der Regel mindestens ein Objektiv, einen Blitz und einen Film und erinnert in der Namnesgebung stark an bekannte Firmennamen (z.B. Kodot / Kodak). Zwar sind die erzielbaren Effekte mitunter sehr ähnlich. Mit etwas Herumprobieren kann man jedoch aus jedem Hipstapak etwas ansprechendes herausholen. Einige Beispielbilder zu den Effekten helfen, einen absoluten Fehlkauf zu vermeiden.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Hipstamatic für alle eine hervorragende App darstellt, die Freude an “Retro-Fotografie” haben. Die Ergebnisse sind durchweg ansprechend. Man sollte jedoch die Bereitschaft zum “Herumprobieren” mitbringen. Auch an der Bedienungsfreundlichkeit der App könnte Synthetic LLC arbeiten. Als Alternativen bieten sich Apps wie Instagram, CameraBag, ToyCamera und lo-mob an, die alle ebenfalls für 1,59 € im Appstore zu erhalten sind.

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Man erlebt ja immer mal wieder Überraschungen. Eine von der positiven Sorte ist die umfangreiche und mächtige Bildbearbeitungs-App PhotoWizard, die für derzeit 0,79 € im App-Store erhältlich ist. Die App bietet dem Nutzer 22 Filter, 44 Effekte, sechs Werkzeuge, wie die Crop-Funktion, der Möglichkeit, dem Bild Text hinzuzufügen. Den Abschluss bildet die Maskieren-Funktion.

Aber eins nach dem anderen. Als Nutzer der App fängt man auf dem Home-Bildschirm an. Hier kann man sich entscheiden entweder ein Bild aus dem Fotoalbum zu laden, oder eines aufzunehmen. Nimmt man ein Bild auf, so wechselt die App zur bekannten Kamera. Nach dem Auslösen wird das Bild zwischengespeichert und steht nun für weitere Bearbeitungsschritte zur Verfügung.

Hat man ein Bild gewählt oder eines aufgenommen, kann es mit der Bearbeitung losgehen. Über das erste Menü “Filter” können die klassischen Optionen der Bildbearbeitung aufgerufen werden: über “Exposure / Contrast” werden Belichtung, Helligkeit und Kontrast angepasst. Die geschieht mittels Schiebereglern die erscheinen, wenn man einmal auf den Bildschirm tippt. Ebenfalls gegeben ist die Möglichkeit, alle Einstellungen auf den Ausgangspunkt zurück zu stellen. So kann man erstmal intuitiv an den Reglern herumschieben, und sich so mit den Auswirkungen vertraut machen. Dieses Prinzip gilt im Übrigen für alle Bearbeitungsoptionen. Wer schnelle Ergebnisse sehen will, für den stehen auch einige Auto-Optionen zur Verfügung. Auto White Balance, Auto Contrast und Auto Color. Diese liefern je nach Bild auch brauchbare bis gute Ergebnisse.

Hat man einen Bearbeitungsschritt zur Zufriedenheit ausgeführt, so kann man die diesen zwischenspeichern. Dieser Schritt lässt sich dann nur noch über die Undo-Funktion auf dem Homebildschirm rückgängig machen. Positiv anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass PhotoWizard nicht-destruktiv arbeitet. Wird also ein Bild aus dem Album geladen, bleibt dieses erhalten. PhotoWizard speichert die bearbeitete Version separat, das Original wird nicht überschrieben.

Hat man mittels Filter die Grundeinstellungen des Bildes bearbeitet, so stehen einem mit der Option “Effects” diverse Effekte zur Verfügung. Neben Schwarz-Weiß gibt es diverse Retro-Effekte wie “Old Photo”, “Old Book” oder Vignettierung. Insgesamt ist auch hier die Bearbeitung intuitiv. Alle Schritte können rückgängig gemacht werden. Will man jedoch einen Filter behalten, so ist eine Zwischenspeicherung des Bildes notwendig.

Den Abschluss bilden die Werkzeuge wie Crop, mit “Blend Images ” die Möglichkeit, zwei Bilder übereinander zu legen oder mittels “Clone” ein Kopierstempel.

Der einzige Nachteil der Bildbearbeitungsapplikation PhotoWizard für mich ist die Tatsache, dass der Winzmonitor des iPhone die Bildbearbeitung einfach umständlich macht.

Erhältlich im App-Store

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