Alle

Teil 3 – Abkürzungen bei Sigma-Objektiven

Erstellt am 15. Oktober 2012 von 3 Kommentare

Sigma ist einer der größten und bekanntesten Dritthersteller von Objektiven, bietet also Objektive für alle gängigen Kameraanschlüsse an, so z.B. für Nikon, Canon, Pentax, Sony und natürlich auch für die Kameras aus dem eigenen Hause. Das heißt also, dass es ein und das gleiche Objektiv für unterschiedliche Kameramarken erhältlich ist, während Nikkore und Canon EF-Objektive ausschließlich für die Kameras der entsprechenden Hersteller verfügbar sind. Diese Objektive können nicht an Fremdkameras benutzt werden (bzw. nur mittels Adapter, aber das führt zu weit). Diese Tatsache spiegelt sich bei uns auf der Seite dahingehend wieder, dass Sie auf den Detailseiten von Sigma-Objektiven unter dem Namen die Angabe finden, für welche Anschlüsse dieses Objektiv noch verfügbar ist.

Schreiten wir zur Namensgebung. Sigma hat mit DC, DG und DN drei verschiedene Objektivserien auf dem Markt. Die Serien unterscheiden sich in der Eignung für den Kameratyp. DC ist die Serie von Objektiven, die ausschließlich an Kameras mit einem APS-C-großen Sensor verwendet werden können. DC entspricht bei Canon den EF-S-Objektiven, bei Nikon den DX-Nikkoren. Als Besitzer einer Vollformatkamera können Sie die DC-Objektive aufgrund ihres reduzierten Lichtkreises nicht verwenden, bzw. nur mit Qualitätseinbußen. Für alle digitalen Spiegelreflexkameras geeignet sind die Sigma-Objektive der Serie DG. Diese sind für Vollformatsensoren geeignet, können ohne Probleme auch an Kameras mit kleinerem Sensor angeschlossen und benutzt werden. Sigmas DN-Serie schließlich ist neu und speziell auf Systemkameras mit Sony-E-Bajonett oder Kameras mit MicroFourThirds-Anschluss konstruiert.

Alle Sigma-Objektive mit hoher und sind durchgehender Lichtstärke sind mit einem EX gekennzeichnet, außerdem steht dieses Kürzel für besondere Hochwertigkeit (siehe HSM). Aber was heißt das eigentlich? Oftmals weisen Zoom-Objektive eine Lichtstärke auf, die sich mit der Brennweite verändert. Z.B. das Sigma 70-300mm F4-5,6. Bei 70mm ist die Lichtstärke 4, bei 300mm dann 5,6. Zoomt man an ein Motiv heran, muss man die Belichtung noch einmal anpassen, da in der Zoomstellung weniger Licht auf den Sensor fällt. Festbrennweiten mit geringerer Lichtstärke sind dann weniger gut geeignet wenn es darum geht, ein Motiv vom Hintergrund abzusetzen, indem der Hintergrund durch die geringe Schärfentiefe unscharf ist. Objektive mit hoher Lichtstärke und durchgehender Lichtstärke sind qualitativ hochwertig und aufwändiger in der Konstruktion. Daher müssen Sie bei diesen Objektiven mit z.T. deftigen Preisunterschieden zu lichtschwächeren Objektiven mit gleicher Brennweite rechnen. Das Sigma 10-20 mm F3,5 EX DC HSM  ist beispielsweise gut 1,5 mal so teurer, als das lichtschwächere Sigma 10-20mm F4-5.6 EX DC HSM.

Auch Sigma kommt nicht umhin, für seine Objektive einen Bildstabilisator anzubieten. Diese Technik heißt bei Sigma Operating Stability und wird kurz OS geschrieben. Sensoren erkennen Bewegungen und versuchen diese dann mittels eines beweglichen Linsenelementes auszugleichen. Laut Sigma können damit bis zu vier Blendenstufen längere Belichtungszeiten bei Aufnahmen aus der Hand realisiert werden. Kleiner Tipp für Aufnahmen vom Stativ: Schalten Sie den Stabilisator aus!

HSM ist der Autofokusantrieb mittels Ultraschall. Sigma verbaut zwei unterschiedliche Antriebe. In der EX-Serie kann in den Autofokusprozess jederzeit manuell eingegriffen werden, bei Objektiven ohne EX muss zwischen Auto- und manuellem Fokus umgestellt werden.

Besonderen Vorteil vor allem bei Makro-Aufnahmen bieten innenfokussierte Objektive. Denn diese stellen scharf, indem im Inneren des Objektivs mindestens eine Linsengruppe bewegt wird. Dadurch ist der Prozess des Scharfstellens deutlich schneller, außerdem – und das ist der Vorteil – verändern die Objektive nicht ihre Länge beim fokussieren. Stellen Sie sich vor, beim Scharfstellen verscheucht das sich bewegende Objektiv den Schmetterling, den Sie unbedingt auf den Sensor bannen wollten. Das sich das Objektiv beim Scharfstellen außerdem nicht dreht ermöglicht den bequemeren Einsatz von Pol- und Verlaufsfiltern. Einmal eingestellt müssen die nach dem Fokussieren nicht mehr nachjustiert werden. Diese Objektive sind mit IF markiert.

RF für Rear Fokus schließlich ist ganz ähnlich wie IF. Hier wird nur die hintere Linse zum Scharfstellen bewegt, was die oben genannten Vorteile verursacht: Schnelle Fokussierung, keine Veränderung der Objektivlänge, keine rotierende Frontlinse.

Damit sind alle wichtigen Kürzel in den Modellbezeichnungen der Sigma-Objektive benannt. Oder nicht? Fragen gerne über unsere Facebook-Seite oder die Kommentarfunktion unten.

In Teil 1 erklären wir übrigens die Namensgebung bei Canon, in Teil 2 die von Nikon! Teil 4 richtet sich an die Besitzer von Tamron-Objektiven

Category : ratgeber

3 Responses to “Teil 3 – Abkürzungen bei Sigma-Objektiven”

  1. Thomas Mitterer says:

    Hi !
    Welche Bedeutung hat bei einem Sigma 150/2,8 Macro, ein grosses weisses D nach dem HSM bei der Objektivbeschriftung ?

    lG Tom

    • Offiziell heißt die aktuelle Linse ja „MAKRO 150mm F2.8 EX DG OS HSM“. Eventuell handelt es sich bei deinem Objektiv um ein älteres Modell aus analogen Zeiten? Die Bezeichnungen ‚DG‘ und ‚DC‘ beziehen sich ja explizit auf digitale Sensoren, daher kann ich mir vorstellen, dass das ‚D‘ alleine bei Objektiven für analoge Kameras verwendet wurde. Als „digitales Kind“ kann ich dir das aber nicht mit 100%iger Sicherheit beantworten 😉

Trackbacks for this post

  1. Objektivnamen entschlüsselt – Teil 1 – Canon » Objektive24.de Blog

Comments are now closed for this article.